26.03.99
Ich kaufe meinen X1/9 im Münsterland bei einem Pärchen von X1/9 Freaks. Er ist von silber unprofessionell auf blau umlackiert und hat so gut wie keine Synchronringe mehr. Ein Ersatzgetriebe liegt aber im vorderen Kofferraum und wird mitverkauft. Die von außen sichtbare Karosseriesubstanz ist gut, nur das Seitenfenster auf der Fahrerseite wackelt hin und her, ein Schweller ist von außen her mit einem Blech zugebraten und die hinteren Federbeindome sind geflickt. Aber ein Preis von DM 2.700,- erscheint mir angemessen.
Da er nicht mehr am selben Tag umgemeldet werden kann, übernachte ich auf der Couch und fahre den Wagen am nächsten Tag über die Autobahn nach Konstanz. Ich bin der 13. Besitzer.
30.03.99
Ich ersetze die abgebrochene Motorantenne durch eine manuell ausziehbare. Als ich den Motorkasten entferne, gucke ich nach unten hin auf die Straße. Der hintere Kofferraum ist zum Radlauf hin durchgerostet. Noch ein wenig Stochern mit dem Schraubenzieher, und die Spachtelmasse, die auf der hinteren Seite des Kofferraums die Durchrostung überdeckt hat, bricht heraus. Das gesamte Blech links hinten ist morsch.
22.04.99
Mittlerweile in Konstanz als Saisonfahrzeug zugelassen, fahre ich meinen X zur örtlichen Fiat-Werkstatt zur Inspektion. Am nächsten Tag ein Anruf: ich soll vorbeikommen, um den Wagen von unten zu begutachten. Eine Kraterlandschaft: über Rostlöcher im Bodenblech ist von oben ein Blech geschweißt worden; alles strotzt von Spachtelmasse und amateurhaften Reparaturversuchen. Der Fiat-Mann rät mir von einer Sanierung der Karosserie ab.
Was noch schwerer wiegt: auf den Vorderrädern gibt es so gut wie keine Bremswirkung. Mein Glaube an das Gute im X1/9-Fahrer schwindet. Um eine Reparatur von 300,- Mark zu sparen, hat man mich in einem lebensgefährlichen Auto auf die Autobahn gelassen. Ich lasse das richten.
16.05.99
Ich habe eine Liste der Mängel erstellt: Benzinuhr geht nicht, riecht beim Starten nach Benzin, Innenlicht defekt, Instrumentenbeleuchtung geht nur auf mittlerer Stufe, Seitenfenster wackelt, Schließzylinder funktionieren nicht und die mitgegebenen Türschlüssel passen nicht. Getriebe sollte repariert werden. Korrosion überall.
Mit der Liste fahre ich zu Gerd Wirlitsch, der den Esslinger Club betreibt und einen Keller voller Teile hat. Ich bekomme alles, was ich brauche und ersetze auch die rostige Motorhaube durch eine fast neue, die ich in Böblingen bei einem ehemaligen X1/9-Fahrer erstehe.
22.05.99
Zuerst widme ich mich dem Benzintrakt. Den Schlauch zwischen Tankstutzen und Tank versuche ich auszubauen, um zu prüfen, ob der Benzingeruch vielleicht hier seinen Ursprung hat. Ich bekomme ihn aber nicht los, und zerschneiden mag ich ihn nicht, bevor ich weiß, wie ich den Ersatzschlauch draufbekomme. Den Tankgeber wechsle ich ohne Probleme. Die Tankanzeige funktioniert. Ich bin stolz! Meine erste Reparaturleistung am Auto!
05.07.99
Heute probiere ich noch mal das Wechseln des dicken Schlauches zwischen Tankstutzen und Tank. Ich entdecke, daß das Blech, das den Stutzen hält, nicht wie zuerst vermutet angeschweißt ist, sondern sich seitlich abschreuben läßt! So ist das abmontieren natürlich kein Problem mehr. Allerdings präsentiert sich der eingebaute Schlauch besser als das Ersatzteil. Dies kann nicht der Grund für den Benzingeruch sein.
17.09.99
Die Benzinschläuche sind fällig! Der Benzingeruch wird immer schlimmer und nervt wirklich. In meiner Fiat-Werkstatt verkauft man mir den Meter Benzinschlauch zu DM 10,50 - netto! Mit Mehrwertsteuer macht das 36,50 für drei Meter. Das hätte ich woanders sicher billiger bekommen. Aber das Tauschen macht wenig Probleme und nach zwei Stunden bin ich fertig. Hoffentlich riecht er jetzt nicht mehr!
31.10.99
Die Benzinschläuche waren's! Bis heute (dem Tag der Stillegung wegen Saison-Kennzeichen) gab es keine Probleme mehr. Endlich habe ich in der warmen Herbstsonne auch ein paar Fotos für diese Seiten gemacht. Am 31.10. mußte ich das Fahren natürlich bis zum Letzten auskosten - offen natürlich! Zum überwintern habe ich noch einmal vollgetankt. Jetzt noch die Batterie ausbauen und hoffen, daß er im Frühling wider anspringt. Aber warum auch nicht!